Nammer Pilze

Die BHerkuleskeuleedeutung der Pilze für unsere Umwelt wird häufig unterschätzt. Im Dunkeln ohne Einfluss von Licht bauen sie ab, was Pflanzen mit Hilfe des Sonnenlichtes geschaffen haben. Sie zersetzen dabei abgestorbenes Pflanzensubstrat von Blättern bis zu Totholz und Baumstämmen. Sie gewinnen dabei die für ihre Lebensweise nötige Energie und produzieren Kohlensäure. Ein abgestorbener Pilz liefert zudem jede Menge Mineralien, Grundlage für andere Pflanzen. Die meisten höheren Pilze leben in Symbiose mit anderen Pflanzen, hauptsächlich Bäumen und bilden ein „gemeinsames Wurzelgeflecht“, von dem beide Seiten profitieren. Der eigentliche Pilz lebt unterirdisch und besteht nur aus Wurzelgeflecht, dem Mycel. Was wir von ihm gelegentlich zu sehen bekommen ist der Fruchtkörper, der oberirdisch wächst und der Vermehrung der Art dient. Aussehen, Größe und Erscheinungsform dieser „Pilze“ variieren so stark, dass es oft sehr schwer ist, sie genau zu bestimmen. Eine genaue Erforschung und Katalogisierung ist naturgemäß durch ihre unterirdische Lebensweise erschwert. In den letzten Jahren hat man immer neue Erkenntnisse gewonnen, ist aber noch lange nicht am Ende. Kein Wunder, denn es gibt schätzungsweise mehr als 100 000 Arten. In Europa gibt es gut doppelt so viele  Pilzarten wie Blütenpflanzen. Man teilt sie zur besseren Unterscheidung in verschiedene Gruppen ein. Es gibt Schlauchpilze, Ständerpilze (zu denenen die Röhren-und Lamellenpilze, auf die ich mich bei den Fotos hauptsächlich konzentriert habe) und Bauchpilze. Außerdem lebt eine nicht unerhebliche Anzahl dieser Spezies parasitär. So wird zunehmend der Steinpilz von Schimmelpilzen befallen und „vernichtet“, bevor er sich durch Sporen vermehren kann. Aber auch diese Parasiten haben ihre Berechtigung in der Natur.

LärchenröhrlingWer sich für Pilze aus kulinarischen Gründen interessiert, sollte sehr vorsichtig sein, diese anhand der Fotos aus einemPilzbuch zu suchen, da das Aussehen extrem variiert. Am besten ist es, sich  erfahrenen Pilzsuchern anzuschließen. Diese verraten aber nur ungern ihre Pilzstellen. Wer in der Lage ist, Röhrenpilze sicher zu erkennen und sich auf diese beschränkt, kann nicht so viel falsch machen. Er handelt sich höchstens einen ungenießbaren Bitterling (Gallenröhrling) ein, der ihm das Pilzgericht verdirbt. Diesen kann man aber schon an einer Geschmacksprobe (bitte nur leicht mit der Zunge berühren) im Wald erkennen. Wer zudem sicher gehen will, nicht den Satanspilz (in unserer Gegend extrem selten – ich habe leider noch keinen gefunden) zu erwischen, meidet alle Röhrlinge mit äußerlich roten Röhren.

Als Problem bei der Röhrenpilzsuche bleibt dann nur ihre hervorragende Tarnung (bis auf den Lärchenröhrling). Man findet die meisten Pilze  erst, wenn sie größer und damit zu alt sind (Hut fühlt sich bei Druck weich an).  Solche Pilze sollte man unbedingt stehen lassen. Giftpilze und ungenießbare Arten haben diese Tarnung meist nich nötig und sind schon aus der Entfernung zu sehen.

Wenn man schließlich einen jungen Steinpilz ohne Schneckenfraß (siehe Bild in meiner Galerie) gefunden hat, sollte man nicht zu sehr enttäuscht sein, wenn er komplett von Maden befallen ist. Der Madenbefall schwankt je nach Witterung –  der Befall bei Maronen und Steinpilzen kann  durchaus 80% betragen.