Zeche Victoria

Die Eisenerzförderung der Grube Victoria begann im Jahre 1881 im Levernsiek. Das Abbaugebiet lag innerhalb der Grenzen von Nammen. Auch wenn die Zeche wegen der Nähe zum Ortskern von Lerbeck mehrheitlich mit dem Namen unseres Nachbarortes in Verbindung gebracht wird, ist sie streng genommen eine (die erste) Nammer Grube. Der Abbau des für hiesige Verhältnisse qualitativ guten Erzes mit 40% Eisengehalt erfolgte in Stollen und im Tagebau (Bilder von dem was geblieben ist in meiner Galerie) und erreichte 1890 nach der Einführung technischer Neuerungen (Pumpen/Anschluss an die Grubenbahn)  mit einer Förderung von 18000 t seinen Höhepunkt. Die Belegschaft betrug zu dieser Zeit bis zu 130 Mann. Schon 1896 waren die Erzvorkommen im Victoria Flöz erschöpft, deshalb war 1895 mit dem Abbau des weniger ergiebigen Klippenflözes begonnen worden, der aber 1902 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden musste. Die Zeche wurde stillgelegt. Damit endete die erste Phase des Eisenerzabbaus in Nammen.

In Kleinenbremen ging es weiter. Dort hatte sich 1883 die Gewerkschaft Wohlverwahrt gegründet. Mit der Übernahme durch die finanzstarke Dortmunder Union am 1.8.1887 (Die Grube Victoria wurde von der Union ein halbes Jahr später erworben.) wurde die Jahresförderung drastisch erhöht und zum preiswerteren Abtransport die Grubenbahn gebaut. Damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt unserer Spuren der Vergangenheit.

1937 wurde mit der Grube Nammen der Aufbau des 2. Erzbergwerks neben Kleinenbremen eingeleitet. Es hatte sich herausgestellt, dass die Wege zum Abtransport des Erzes unter Tage zu lang waren und deshalb ein zweiter Zugang zum Abbaugebiet von Nammen aus Sinn machen würde. Schon 1936 hatte die Mindener Kreisbahn auf das wachsende Frachtaufkommen mit dem Bau einer Schienentrasse in Normalspur reagiert. Nun bestand eine Direktverbindung auf dem Schienenwege zwischen Grube und Hütte.

Gruppenfoto aus dem Jahre 1895
Gruppenfoto aus dem Jahre 1895, Gefunden in einem Fotoalbum von Manfred Busse

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